
Du fehlst –
Trauer nach Suizid
Ein Podcast von BeSu Berlin
In der Podcast-Serie sprechen unsere Therapeutinnen über Themen, die viele Suizidhinterbliebene beschäftigen. Trauer, insbesondere nach Suizid, ist weiterhin ein Tabuthema, mit dem viele Hinterbliebene allein bleiben. Wir sprechen über Schwierigkeiten, Veränderungen und Herausforderungen, die sich im Alltag nach dem Verlust auftun.
Trailer
Staffel 2
In der zweiten Staffel sprechen wir, Anika und Sophia, mit Menschen, die durch einen Suizid einen nahestehenden Menschen verloren haben – Eltern, Kinder, Geschwister und Partner*innen.
Sie teilen mit uns ihre Erfahrungen, erzählen von den Herausforderungen vor und nach dem Verlust, von offenen Fragen und den Themen, die sie bis heute begleiten. Die Gespräche zeigen, wie unterschiedlich Trauer erlebt wird – und gleichzeitig, dass niemand damit allein bleiben muss. Wir sind dankbar für das Vertrauen und die Offenheit, mit der unsere Gesprächspartner*innen ihre Geschichten mit uns teilen. Es bedeutet uns viel, diese Gespräche weitergeben zu dürfen.
Die erste Folge wird zum Welttag der Suizidprävention am 10.09.2025 auf allen gängigen Podcast-Plattformen veröffentlicht.
Wir sprechen in dieser Folge mit Ari, die ihren Vater und Onkel durch Suizid verloren hat.
Alle weiteren Folgen werden ab der Woche der seelischen Gesundheit in Berlin, beginnend am 09.10.2025, veröffentlicht – im Zwei-Wochen-Rhythmus, immer donnerstags.

Podcast-Folgen – Staffel 2:
Folge 1
„Ari“
Ari hat ihren Vater und ihren Onkel durch Suizid verloren. In dieser Folge spricht sie über ihre Erfahrungen vor und nach dem Verlust – und darüber, wie sie ihre Trauer erlebt hat. Dabei berührt sie zwei wichtige Themen: Männersuizidalität und die Verantwortung von Kindern psychisch erkrankter Eltern.
Zudem berichtet sie, wie sie durch diese Erfahrungen zum Engagement im Bereich mentale Gesundheit gekommen ist und einen Weg gefunden hat, heute offen über ihren Verlust zu sprechen. Die damit verbundenen Erfahrungen haben Ari darin gestärkt, sich für sich selbst einsetzen zu können.

Folge 2
„Gaby“
Es gibt kein Rezept, wie man mit so etwas umgeht“, sagt Gaby in dieser Podcastfolge. Gaby hat ihren Sohn Jan durch Suizid verloren. Wir sprechen mit ihr über die erste Zeit nach seinem Tod, über das Thema Depression, darüber, was ihr in ihrer Trauer geholfen hat und wie wichtig für sie Kontakt und Gespräche geworden sind. Außerdem erzählt Gaby, woran sie denkt, wenn sie heute an Jan erinnert wird.
Am Ende bleibt ein zentraler Gedanke: „Keine Angst vor Kontakt, vor Austausch und vor Gesprächen.“

Folge 3
„Anna“
In dieser Folge spricht Anna über ihren Weg nach zwei schweren Verlusten: Vor zwölf Jahren hat sie ihre Mutter und vor zehn Jahren ihren Bruder durch Suizid verloren.
Offen erzählt sie, wie sie ihre Trauer erlebt hat, mit Schuldgefühlen umgeht und gelernt hat, Hilfe anzunehmen und Grenzen zu setzen. Sie berichtet, wie sie von den Suiziden erfahren hat, welche Rolle sie in der Familie hatte und wie sie es geschafft hat, sich für sich selbst zu entscheiden.
Trotz der schweren Thematik zeigt Anna, dass Trauer und Lebensmut nebeneinander bestehen können – und dass authentischer Umgang mit Gefühlen ein wichtiger Teil des Heilungsprozesses ist.

Folge 4
„Karsten“
Karsten hat seinen Vater durch Suizid verloren – und erst spät erfahren, dass es sich tatsächlich um einen Suizid handelte. In dieser Folge spricht er darüber, wie er sich nach langem Schweigen Schritt für Schritt mit der Thematik auseinandergesetzt hat.
Er erzählt, wie er durch die Stasi-Akte seines Vaters ein neues – auch kritischeres – Bild von ihm gewonnen hat. Am Ende der Folge spricht Karsten darüber, was er heute für sich erreicht hat und in welchen Bereichen er noch Entwicklungspotenzial sieht.

Folge 5
„Jeanette“
Jeanette hat ihre Schwester durch Suizid verloren, als diese noch sehr jung war. In dieser bewegenden Folge spricht Jeanette über die bis heute tiefe Beziehung und den großen Verlust, den diese Erfahrung in ihr Leben brachte. Sie reflektiert, wie ihre Trauer oft übersehen wurde und wie diese Erfahrung ihren Lebensweg prägte.
Sie spricht offen über ihre Krisen und Herausforderungen. Eine mutige und inspirierende Folge über Resilienz und die Kraft, das Leben nach einem Schicksalsschlag neu zu gestalten.

Folge 6
„Justine“
In dieser Folge sprechen wir mit Justine, die ihren Bruder Albrecht durch Suizid verloren hat und offen über den Moment des Verlusts, familiäre Spannungen und die Lücke spricht, die bleibt.
Sie erzählt von Panikattacken, Einsamkeit und davon, wie ihre Trennung ihre Trauer zunächst verdrängte. Erst ihr Umzug aufs Land gab ihr den Raum, sich zu fragen: „Was möchte ich eigentlich?“

Folge 7
„Clara“
Clara hat ihren Opa durch Suizid verloren. In dieser Folge spricht sie offen über die erste Zeit nach dem Verlust – über Fassungslosigkeit, Schock und eine überwältigende Trauer.
Sie erzählt von den Tagen danach, den Herausforderungen rund um die Planung der Beerdigung und erinnert sich an den letzten gemeinsamen Tag, den sie mit ihrem Opa verbracht hat. Dabei wird deutlich, welche wichtige Rolle er in ihrem Leben gespielt hat und wie prägend die Beziehung zu ihm war.

Folge 8
„Johannes“
Johannes hat seine Partnerin durch Suizid verloren. In dieser Folge spricht er darüber, was dieser Verlust in seinem Leben verändert hat, welche Herausforderungen ihn begleitet haben und wie er Schritt für Schritt Unterstützung und Hilfe gefunden hat. Ein persönlicher Einblick in Trauer, Überforderung und ein Leben mit Verlusterfahrung.

Podcast-Folgen – Staffel 1:
Folge 1
„Verlust“
Verlust, durch Suizid, hinterlässt die Hinterbliebenen im Ausnahmezustand. Dieser Zustand zeigt sich auf vielen verschiedenen Ebenen körperlich, psychisch und sozial. Personen durchleben die ersten Wochen nach dem Verlust im Chaos, der Schock lässt sie zum Teil sehr funktional werden. Zum Beispiel aufgrund der ganzen organisatorischen Tätigkeiten, wie Beerdigung, Wohnungsauflösung. Der Schock verändert sich, der Verlust verändert sich. Er kommt in Wellen, mal Ebbe mal Flut. Verlust nach Suizid ist nicht linear.

Folge 2
„Wie verändert sich mein soziales Umfeld?“
In dem sozialen Umfeld von Hinterbliebenen verändert sich Vieles. Zunächst stellst sich die Frage, inwieweit teile ich mein Verlust mit Anderen und wenn ich dies tue, wie gut können diese mich in meiner Trauer auffangen. In der Folge schauen wir uns an, was kann unterstützend und hilfreich sein und was Angebote sind, die in einem Trauerprozessen eher im Wind verwehen. Zusammenfassend halten wir fest: Da sein, den Verstorbenen nicht allein lassen. Den Kontakt nicht abzubrechen, den Trauernden in Wellen begleiten und über den Verstorbenen sprechen zu dürfen.

Folge 3, Teil 1
„Trauer als Lebensthema!“
Trauer verändert das Leben. Die Trauer hat Einfluss auf viele Lebensbereiche von Hinterbliebenen. Oftmals wird von komplexer Trauer gesprochen. In der heutigen Folge haben wir Julia zu Gast. Julia hat ihren Partner durch Suizid verloren. In ihrem Trauerprozess hat Sie angefangen Gedichte zu schreiben. In den Gedichten spricht sie darüber wie Sie ihre Trauer erlebt. In der heutigen Folge liest Sie ihr Gedicht über Trauer vor. Wir sprechen auch über ihren Trauerprozess und über die Inhalte des Gedichts.
Ein großes Dank an Julia.

Folge 3, Teil 2
„Trauer als Lebensthema!“
Um die Komplexität der Trauer darzustellen haben wir uns entschieden sechs Lebensthemen zu formulieren die im Trauerprozess eine Rolle spielen. In der heutigen Folge stellen wir alle sechs Lebensthemen vor und gehen auf die erste drei ein. Wir sprechen über das Thema die Wirklichkeit verstehen, beschreiben wie der neue Alltag aussehen könnte und welche Herausforderungen er mit sich bringt und gehen darauf ein das Hinterbliebene in einem Schock und Überlebenskampf sein können.

Folge 3, Teil 3
„Trauer als Lebensthema!“
Im dritten Teil gehen wir auf weitere drei Lebensbereiche ein die im Trauerprozess eine Rolle spielen können. Wir sprechen über die Beziehung zum Verstorbenen. Wie die Beziehung und die damit verbundenen Erlebnisse unsere Trauer beeinflussen können. Anschließend benennen wir welche Gefühle im Trauerprozess aufkommen können. Dabei verweisen wir auf die nächste Folge. Zum Ende beschreiben wir wie Hinterbliebene ihr eigenes Leben auf den Prüfstand stellen und reevaluieren. Auch hier wird deutlich. Trauer ist individuell. Jeder bringt seine eigenen Lebensthemen in den Trauerprozess hinein.

Folge 4
„Scham, Schuld … und was noch?“
In der vierten Folge sprechen wir über Gefühle. Zu Beginn geben wir einen kurzen allgemeinen Input zum Thema Grundemotionen. Wir sprechen darüber welche Gefühle im Trauerprozess vorkommen können. Wir besprechen warum Wut im Trauerprozess auch eine Errungenschaft sein kann, wie Schuldgefühle entstehen und warum sie ein Anker sein können. Scham trägt auch dazu bei das Suizid schwer thematisiert werden kann.

Folge 5, Teil 1
„Rituale und Abschied nehmen – muss ich das?“
In der fünften Folge Teil 1 sprechen wir über Abschied und Rituale. Welche Rituale begegnen uns in der Arbeit? Eine Kerze anzünden, einen Brief an die verstorbene Person, ein Bild aufstellen oder zum Grab gehen. All das sind Möglichkeiten, um auch in Verbindung mit den Verstorbenen Personen bleiben zu können. Rituale und Abschied nehmen aber auch in Verbindung bleiben gibt einen Sicherheit und kann vor allem an Feiertagen ein wichtiger Halt sein. Auch in dieser Folge hören wir ein Gedicht von Julia. Ein Gedicht, das Sie als Abschiedsbrief auf der Beerdigung geschrieben hat. Danke liebe Julia.
Ein Hinweis: Der zweite Teil dieser Folge wird am 26.12.24 veröffentlicht.

Folge 5, Teil 2
„Rituale und Abschied nehmen – muss ich das?“
Mit dem zweiten Teil der fünften Folge beenden wir unsere Mini-Serie dieser Podcast-Reihe. Für diese Besonderheit haben wir einen Gast eingeladen. Marco. Wir sprechen mit Marco über den Verlust seines Vaters. Marco erzählt über Rituale, die ihm wichtig sind und die Verbindung zu seinem Vater aufrechterhalten. Der Suizid des Vaters hat dazu geführt, dass Marco gelernt hat, sich für seine eigene Suizidalität Hilfe zu holen. Heute spricht Marco offen über seine Verlusterfahrungen. Neben seinem Vater hat er auch andere Personen durch Suizid verloren. In der Öffentlichkeit spricht er über seine Erfahrungen und möchte so für andere die Hürde brechen, sich Hilfe zu holen.
Danke Marco für dieses berührende und offene Gespräch.
